Interview

Dieses Interview erschien 2005 in der September-Ausgabe der My-Pascale

saphirogbiger
PASCALE: Ihr öffentliches Bild ist ein unkonventionelles und nicht notwendigerweise etwas für tradierte Gemüter. Sie publizieren über Magie, bekennen sich als Wiccaner und richten sich dabei in einem Ihrer Bücher „Wicca für Coven und Solitaire“ insbesondere an junge Menschen, „die ihren Weg in die Welt suchen“. Um dem Argwohn nicht ganz so liberaler Zeitgenossen noch mehr Futter zu geben, bekennen Sie sich auch noch zur Homosexualität und haben Ihren Lebensgefährten geheiratet. Wie gehen Sie mit Neidern und Gegnern um und was bedeuten Ihnen Ihre Anhänger und Freunde?

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MABON: Wie ich mit Anhängern umgehe? Keine Ahnung denn ich wüsste nicht, dass ich welche habe Fragen von Lesern beantworte ich natürlich, und mit einigen habe ich immer wieder mal Mailkontakt. Neider versuche ich soweit es geht zu ignorieren. Das klappt aber nicht immer – so manche Negativkritik hat mich sehr runtergezogen – auch beinahe soweit, dass ich das Schreiben aufgeben wollte. Freundschaften sind mir sehr wichtig. Ich habe damals einige Freunde verloren, als ich anfing auf spirituellen Wegen zu wandeln – inzwischen ist der überwiegende Teil meiner Freunde auf ähnlichen, wenn nicht sogar gleichen Wegen „unterwegs“. Ich habe gar nicht darauf hin gearbeitet, sondern es hat sich einfach so entwickelt.

PASCALE: Ehe wir auf das zentrale Thema Ihrer Bücher, nämlich die Magie zu sprechen kommen, interessiert uns zuvor ganz besonders Ihre Haltung zu einem aktuellen Zeitgeschehen der Religion in Deutschland: Anlässlich des Papstbesuches in Köln titelte der Spiegel am 15. August „Gläubige, verzweifelt gesucht“. In einer für diesen Leitartikel in Auftrag gegebene TNS-Infratest-Studie stimmten 51% der Befragten der Aussage zu, dass „Gott (zwar) die Welt erschaffen habe, aber keinen direkten Einfluss auf das tägliche Leben nimmt.“ Wie interpretieren Sie dieses Ergebnis?

MABON: Nun, das kommt darauf an, wie die Aussage zu verstehen ist. Ich meine, es gibt zwei Möglichkeiten. Erstens, die direkte Einwirkung (eines) Gottes auf das alltägliche Leben. Oder zweitens, der Einfluss durch ein durch Glauben bestimmtes Leben Aber ich möchte mir kein Urteil über solche Leute anmaßen, darum möchte ich dieses Ergebnis auch nicht interpretieren. Für mich steht fest, dass das Göttliche, wie immer man es verstehen mag, uns tagtäglich begleitet und somit auch Einfluss auf unser Leben hat.

PASCALE: Weitere Themen der Befragung scheinen bei den Deutschen ein echtes Nutzdenken gegenüber der Kirche darzulegen. Nur 46 % gaben der Studie zufolge an, die Kirche als eine Institution zur verbindlichen Deutung des Wortes Gottes zu verstehen. 77 % sahen hingegen ihre Aufgabe darin, Krankenhäuser und Kindergärten zu betreiben und 70 % möchten bei Hochzeiten und Beerdigungen nicht auf das zugehörige kirchliche Ambiente verzichten. Wie steht das Ihrer Meinung nach im Verhältnis zu den internationalen, über 700,000 jugendlichen Besucher, die vor laufenden Kameras ihre augenscheinliche Glückseligkeit präsentierten?

MABON: Ich kenne all diese Argumente natürlich auch. Aber ich fand schon immer, dass es eigentlich traurig ist, einer Institution anzugehören, nur damit ich gewisse Traditionen aufrechterhalten kann, so z.B. eine kirchliche Trauung. Was nützt mir letztendlich eine Trauung im Namen und unter dem Schutz eines Gottes, an den ich vielleicht nicht wirklich glaube? Es ist doch nur eine Farce…Aber auch hier – jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Meinung!

PASCALE: Warum glauben Sie, ist Religion so wichtig für die Menschen? Und denken Sie, dass es richtig ist, Religion und Staat zu trennen? Wie wir z.B. in den letzten Jahren an der öffentlichen Kopftuch- bzw. Christuskreuzdiskussion an deutschen Schulen und Universitäten erlebt haben, ist die vermeintliche Rechtslage bei genauerem Hinsehen im Verständnis vieler Menschen überhaupt nicht eindeutig und sie begreifen Religion durchaus auch als politische Aussage …

MABON: Ich denke, Religion ist für viele Menschen so wichtig, weil es sie hoffen lässt. Religion kann uns vieles geben – Stärke, Schutz, Führung, Inspiration, um nur einige Dinge zu nennen. Es ist, so denke ich, auch ein Versuch, über unsere wahrnehmbare Umwelt hinaus zu schauen. Ja, meiner Meinung nach sollten Politik und Religion voneinander getrennt gesehen werden. Daher ist meine persönliche Auffassung hinsichtlich der Kopftuch- bzw. Kreuzdiskussion folgende: Entweder werden an derlei Orten sämtliche Symbole des Glaubens entfernt und verboten – oder es müssen allesamt dort vertreten sein. Das heißt im Klartext, wenn dort ein Kruzifix hängt, so müsste dann dort ebenso der Davidstern hängen, das Pentagramm oder halt ein anderes Symbol des jeweiligen Glaubens bzw. der jeweiligen Religion. Aber ich denke, dann wären die Wände dermaßen überladen, dass es nur noch ablenkt

PASCALE: Lassen wir die Institution Kirche einmal ganz außen vor. Worin liegt für Sie der größte Unterschied in monotheistisch ausgerichteten Hochreligionen und dem Neo-Paganismus? Und halten Sie eine friedliche und gleichberechtigte Koexistenz verschiedenster Religionen vom Atheismus bis hin zum Polytheismus in unserer Gesellschaft überhaupt für möglich?

MABON: Der größte Unterschied ist wohl – neben dem oft anzutreffenden Polytheismus – das Alter. Das Wort „Neo-Pagan“ drückt es ja schon aus – es ist etwas Neues. Auch wenn viele von uns (und ich zähle mich dazu) so tun, als wären diese Zweige der Religion schon uralt. Sicher, einige Religionen berufen sich auf ältere – aber letztlich sind es Interpretationen und somit wieder etwas Neues. Wir wissen einfach nicht mehr genau, wie unsere Vorfahren ihre Religionen ausgeübt haben. Ein weiterer Unterschied ist folgender: Wie ich die monotheistischen Religionen verstanden habe, gibt es einen Gott der alles erschaffen hat. Aber er steht außerhalb der ganzen Schöpfung. Er sieht sozusagen von außen zu. Viele Glaubensrichtungen des Neo-Paganismus gehen davon aus, dass die Götter, obwohl sie alles erschaffen haben, nicht außerhalb der Schöpfung stehen. Sie sind in diesen Prozess mit eingebunden, sie sind ein Teil dessen, was sie geschaffen haben. So gibt es z.B. die Auffassung, dass die Göttin die Welt nicht nur erschaffen hat, sondern dass sie selbst die Welt ist. Und was wir der Erde antun, tun wir der Göttin an.

Ob ich eine friedliche Koexistenz für möglich halte? Nein. Dafür sind die Unterschiede zu groß und es wird auch immer nur auf die Unterschiede hingewiesen, aber nicht auf die Gemeinsamkeiten. Auf beiden Seiten gibt es große Fanatiker, die gegen die jeweils anderen Religionen wettern und hetzen – und es wird immer Menschen geben, die ihnen zuhören und folgen werden und es ihnen eventuell nachmachen.

PASCALE: Dann greifen wir doch an dieser Stelle gleich mal die „fanatische“ Meinung mancher Skeptiker der Magie und jener Kritiker auf, die rigoros von Magie als einer „Verführung“, von „Hokuspokus vereinzelter Spinner“ reden, der „gar nicht funktionieren kann“. Ihre Bücher werden von Menschen gelesen, die hingegen an Magie glauben oder Magie „erlernen“ möchten. Macht es denn Ihrer Meinung nach wirklich Sinn, Magie ins tägliche Leben einfließen zu lassen?

MABON: Meiner Meinung nach ja. Dadurch kann ich mein Leben aktiv mitgestalten und muss nicht alles passiv hinnehmen.

PASCALE: Aber wie wirkt Magie denn überhaupt und wie kann man sie anwenden?

MABON: Nun, man kann nie genau vorhersehen, wie sich Magie auswirkt. Meistens erreicht oder bekommt man genau das, was man sich als Ziel gesetzt hat. Manchmal allerdings erhält man etwas völlig anderes. In der Magie spielen viele Faktoren eine Rolle – der Zeitpunkt, die Farben, die Kräuter und viele andere Dinge. Aber die Grundlage bildet eine einzige Formel: Magie = Konzentration + Vorstellungskraft + Energie. Das heißt, in dem Moment wo ich magisch arbeiten will, muss ich versuchen, alle anderen -möglicherweise störenden – Gedanken beiseite zu schieben und mich nur auf das gewünschte Ziel zu konzentrieren.

PASCALE: Wenn man sich an dieser Formel orientiert, wäre es also wichtig, das Ziel möglichst plastisch als Bild vor dem inneren Auge aufzubauen, bis man es klar fokussiert „als wäre es schon da“?

MABON: Genau. Und je besser die eigene Vorstellungskraft ist, je besser und detaillierter ich mir das Ziel vorstellen kann, desto besser.

PASCALE: Also braucht jemand, der ein Ziel magisch Wirklichkeit werden lassen möchte, lediglich all seine Kraft, um sich in das Ziel hineinzuversetzen und er erreicht, was er will?

MABON: Ja und nein. Sicher, es ist schon viel Kraft nötig, sich auf das Ziel zu konzentrieren und es sich bildlich vorzustellen. Aber es gibt ja auch Hilfsmittel, wie eben der Zeitpunkt, die Kerzen in der „richtigen“ Farbe, Kräuter, Öle, Räucherungen und Zaubersprüche. Andererseits muss man auch in der Lage sein, einen so genannten „Energiekegel“ zu beschwören. Also quasi ein energetisches Kraftfeld, welches man auf das vorgestellte Ziel lenkt. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Singen, Tanzen, Klatschen, Trommeln, Atmen, Summen, und viele mehr.

PASCALE: Es gibt Menschen, denen sind derartige Verhaltensweisen völlig fremd. Denken Sie daran, dass es temporär sogar modern wird, Trommelkurse zu besuchen, nur um ein „sensitives Urerlebnis“ oder ähnliches zu empfinden, neu in sich zu entdecken. Wenn also nun ein Mensch, für den es unvorstellbar ist, zu singen, zu tanzen, zu trommeln oder in die Hände zu klatschen wie ein Kind beim Spiel – welche Möglichkeiten hat so eine Persönlichkeit, dennoch Magie in ihr Leben zu integrieren ?

MABON: Jeder kann es, der es wirklich will! Gut, vielleicht muss man zunächst erst einmal sehr viel üben und gewisse Hemmschwellen überwinden, die Kräfte wirklich fließen zu lassen. Aber letztlich ist jeder Mensch in der Lage, die Grundformel zu erlernen. Es gibt Literatur, in denen entsprechende Übungen vorgestellt werden , oder man kann sich eine Lehrerin oder einen Lehrer suchen.

PASCALE: Ihre Sexualität ist zugegebenerweise Ihre Privatsache. Da Sie selbst aber offen darüber sprechen, interessiert uns natürlich die Frage, inwieweit Ihre Religion Sie bestärkt hat, sich als schwul zu outen?

MABON: Ich war schon als schwul geoutet, bevor ich zu dem Hexenkult und der Wiccareligion im Speziellen gekommen war. In sofern hat meine Religion nichts mit meinem Outing zu tun. Aber ich habe feststellen müssen, dass es auch in den Kreisen der Heiden nicht nur tolerante Menschen gibt. Und so habe ich für mich entschieden, da ich schon immer sehr offen damit umgegangen bin, es auch hier zu tun. Und vielleicht trauen sich dadurch andere schwule Heiden auch, es offen zu bekennen.

PASCALE: Im sogenannten „Großen Ritus“ der Wiccareligion geht es – sehr verkürzt ausgedrückt – um den Geschlechtsverkehr von Hohepriesterin und Hohepriester zur Nutzbarmachung von
Energien. Ist für das Ausleben des weiblichen und männlichen Prinzips in der Wiccareligion ein heterosexueller Geschlechtsverkehr, so man ihn wirklich körperlich und nicht durch Symbolhandlungen ausleben möchte – zwingend?

MABON: Nun, ich persönlich bevorzuge die symbolische Variante. Aber meines Verständnisses nach geht es beim Großen Ritus vordergründig eher um die Vereinigung von Göttin und Gott und nicht so sehr die der Priesterin mit dem Priester. Und unter diesem Aspekt kann man den Großen Ritus auch gleichgeschlechtlich ausüben – zwei Personen desselben Geschlechts, die eine repräsentiert den Gott, die andere die Göttin. Sicher ist das möglich – es wird nur nicht gemacht – zumindest habe ich bisher davon nichts gehört.

PASCALE: Sektenforscher, Boulevardpresse, Vertreter der Kirche, besorgte Eltern nehmen die berechtigte Angst vor sexuellem Missbrauch in unterschiedlichster Form oftmals zum Anlass, jeder nicht als christlicher Hochreligion zugehörigen Glaubensrichtung sehr kritisch gegenüber zu stehen. Wie kommt man hier zu einer differenzierten Sichtweise? Wie trennt man die Spreu vom Weizen? Woran kann ein völlig Außenstehender beispielsweise erkennen, ob das eigene Kind lediglich „seine“ eigene Religion gefunden hat oder aber einem Rattenfänger hinterher und somit vielleicht Gefahr läuft, sexuell missbraucht zu werden?

MABON: Jeder wünscht sich hier eine Patentlösung – aber die kann ich leider auch nicht anbieten.
Ich weiß selbst nicht, wie man eine differenzierte Sichtweise bekommt – vielleicht wirklich nur durch Erfahrungen und Erleben. Leider gibt es kein eindeutigen Hinweise oder Merkmale. Die meisten Wiccas die ich bisher kennen gelernt habe, lehnen es ab, einen Menschen auszubilden und aufzunehmen, solange die Volljährigkeit nicht erreicht ist. In der Regel verhält es sich so, dass, sollte die betreffende Person doch noch minderjährig sein, nichts ohne Einwilligung der Eltern gemacht wird. Und das wiederum bedeutet, dass sich die „Ausbilder“ bzw. die Verantwortlichen ernsthaft mit den Eltern auseinander setzen müssen – und sie tun es auch. Fragen werden weitestgehend beantwortet – einige erlauben sogar den Eltern, bei einigen Treffen dabei zu sein, damit sie sich ein Bild davon machen können.

PASCALE: Die Diskussion über die homosexuelle Ehe impliziert die Diskussion ums „Kinderkriegen“. Möchten Sie selbst Kinder haben? Und wie würden Sie das Familienleben umsetzen? Mit einer Leihmutter, die nach der Geburt ihrer Wege geht? Durch Adoption? Oder z.B. gemeinsam mit einer Freundin, mit der Sie und Ihr Mann in häuslicher Wohngemeinschaft dem Kind über Jahre Familie wären?

MABON: Ich möchte keine Kinder. Jedenfalls noch nicht. Vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem ich auf wache und denke „Jetzt ist die Zeit dafür da!“ Mein Mann und ich haben natürlich schon darüber gesprochen und für uns beide würde nur eine Adoption in Frage kommen. Mit einer Leihmutter würden wir uns beide nicht sehr wohl fühlen.

PASCALE: Wie lebt Saphiro de Mabon ganz privat? Wie verbringen Sie Ihre Tage, wie verläuft Ihr Schaffensrhythmus, wieviel Zeit widmen Sie Ihrem Mann und Ihren Freunden, was sind Ihre Hobbies und was gibt es in Ihrer „Hexenküche“, wenn Sie gerade nicht „zaubern?“

MABON: Meine Tage sind eher unspektakulär. Ich lese sehr gern und surfe oft im Internet. Ich sehe fern und höre Musik ich gehe hin und wieder ins Kino oder in Discotheken tanzen. Ganz normale Dinge eben. Da ich eher eine Nachteule bin, schreibe ich meine Bücher oft erst, wenn mein Mann bereits im Bett liegt. Nachts bin ich einfach kreativer. Wieviel Zeit ich genau meiner Familie und meinen Freunden widme kann ich gar nicht festlegen. Es kommt immer darauf an, wann wer Zeit hat, wer was zu tun hat, und so weiter… Sie kennen das sicher! Manchmal reicht die Zeit gerade mal, um zu telefonieren, ein anderes Mal kommt jemand übers Wochenende zu Besuch oder wir fahren dort hin… Tja, und meine Hobbies habe ich ja schon alle aufgezählt. Außerdem besuche ich einmal im Monat einen Hexenstammtisch, wo ich mich austauschen kann. Und ansonsten bemühe ich mich, meine magischen Studien fortzuführen und Neues zulernen.

PASCALE: Einen Teil meiner Frage haben Sie unbeantwortet gelassen… Was isst Saphiro de Mabon denn so – wie wird bei Ihnen zuhause gekocht? Viele spirituelle Menschen sind ja Vegetarier oder zelebrieren eine ganz bewusste Ernährung…

MABON: Ich bin mir gar nicht sicher, o b ich Ihnen diese Frage beantworten soll… Um ehrlich zu sein, essen wir recht unspektakulär. Viel Pasta, Fleisch und, ich muss es gestehen, auch schon mal Knorr & Co und die magischen Suppen von Maggi!

PASCALE: … und für alle, die so gern „Steckbriefe“ lesen, denen möchten wir ja schließlich auch eine Freude machen: Welches ist Ihr Lieblingsfilm, was lesen Sie gerade und was für Musik hören Sie?

MABON: Mein Lieblingsfilm? Hm, da sind wohl zwei zu nennen. Der eine ist „Der Hexenclub“. Den habe ich schon hunderte Male rauf und runter geguckt, so dass ich ihn mitsprechen könnte. Der andere ist „Die Nebel von Avalon“. Gut, das Buch gefiel mir besser – aber ich finde die spirituelle Komponente in dem Film sehr schön. Musikalisch schaue ich immer, ob es Neues von meiner Lieblingsband „Rosenstolz“ gibt. Und ansonsten höre ich relativ wenig Musik. Zur Zeit lese ich gerade mal kein Buch. Aber ich warte schon ganz ungeduldig auf den nächsten Band von Harry Potter – und den nächsten Kinofilm.

PASCALE: Was dürfen wir in beruflicher Hinsicht als nächstes von Ihnen erwarten? Wird es neue Bücher und Projekte geben?

MABON: Es wird definitiv neue Bücher geben. Aber wann genau, das weiß ich noch nicht. Mein Buch „Magisches Wissen“ ist ja auch quasi gerade erst erschienen. Ich schreibe derzeit an einem Nachfolgeband für „Magisches Wissen“, außerdem arbeite ich mit einer Bekannten zusammen an einem Tarotdeck samt Buch. Über sonstige Projekte habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Wenn ich einen Einfall habe, notiere ich ihn erst einmal und bearbeite ihn dann, wenn ich mich dazu bereit fühle. Ich vertraue da ganz auf die Führung der Götter…

PASCALE: Sie baten uns, Ihr Pseudonym nicht zu lüften und natürlich halten wir uns daran. Und Sie berichteten in diesem Kontext, immer wieder ins Kreuzfeuer harscher Kritik geraten zu sein. Worauf zielte diese Kritik ab? Und welche Möglichkeiten sehen Sie, auf lange Sicht, schwul, Wiccaner, Autor, Publizist, Meinungsäußernder sein zu dürfen, ohne sich hinter einem Pseudonym verstecken zu müssen vor jenen, die unbelehrbar mit Dreck werfen?

MABON: „Saphiro de Mabon“ ist nicht einfach nur ein Pseudonym. Es ist mein erster Hexenname, den ich nach der Initiation in eine Familientradition angenommen habe und ihn bis heute trage. Unter ihm bin ich auch im Internet unterwegs und einige meiner Bekannten und Freunde, die ich im Internet kennen gelernt habe, nennen mich privat auch so. Ich denke, die Möglichkeit unter bürgerlichen Namen zu publizieren ist genau so gegeben – aber ich persönlich habe es nicht so gerne. Wenn ich unter meinem bürgerlichen Namen veröffentlichen würde, würde ich damit rechnen, dass Kritik mich nicht nur per Email oder Onlinerezensionen erreichen, sondern vielleicht auch mit normaler Post. Und das muss ich mir nicht geben. Bevor ich aber zu weit abschweife, hier die Antwort zu den Kritiken. Die Kritik zielte oft mehr gegen mich persönlich als gegen meine Werke. Obwohl ich das sehr eigenartig finde, denn kaum einer derjenigen, die Kritik geübt haben, kennen mich persönlich. Andere wiederum, so hatte ich den Eindruck, wollten einfach nur mitziehen und haben rumgestänkert, weil andere es auch tun. Wirklich ernsthafte, konstruktive Kritik kam sehr selten.

PASCALE: Wir bedanken uns für dieses Gespräch, wünschen Ihnen viel Erfolg und freuen uns auf weitere „Produkte“ Ihres kreativen Schaffens!

MABON: Danke, mir hat dieses Gespräch auch Spaß gemacht und ich wünsche dem noch jungen Ezine PASCALE alles Gute und allzeit interessierte Leser!
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Das Interview mit Saphiro de Mabon führte Karin Lichtenwallner