Umgang mit den Karten

Als erstes und wichtigstes merke dir:

Die Karten  (egal, ob Tarot, Lenormand, Skat, Kipper oder eine andere Form von Orakelkarten) sagen nie eine unveränderliche Zukunft voraus sondern nur Richtungen und Möglichkeiten, die eintreffen können.

Sie wirken wie ein Spiegel unseres Inneren oder Unterbewussten.

Die Tarotkarten können dir Informationen preisgeben, die richtig gedeutet, entsprechend genutzt werden können.

Es gibt natürlich zahlreiche Vorschläge oder auch „Anleitungen“ wie man „richtig“ Karten legt. Einige Beispiele:

– Man darf die Karten nur mit der linken Hand auslegen.
– Man muss die Karten dreimal mischen.
– Man teilt den Kartenstapel in drei gleich große Stapel und sucht sich den Stapel heraus, der sich „richtig“ anfühlt.
– Nach der Legung klopft man auf die Karten, um sie zu säubern.
usw….

Ich denke, man kann nicht sagen, wie jemand die Karten zu legen hat. Ich z.B. lasse mich von meinen Gefühlen leiten, wie oft ich die Karten mische, und ob ich einige beim Mischen umdrehe. Ich nehme auch nicht ausschließlich die linke Hand zum Karten auslegen, sondern meistens beide. Ich habe mir angewöhnt, nach einer Legung die Karten wieder in den ursprünglichen Zustand zu bringen, d.h. in die Reihenfolge zu sortieren, in die sie gehören. So habe ich für jede neue Legung die gleiche Ausgangsposition. Okay, es ist zwar erhebliche Arbeit, aber es ist ja auch kein MUSS!

Weiter muss man jedem Tarot-Neuling klarmachen, dass die Karte „der Tod“ nicht der körperliche Tod bedeutet. Diese Karte zeigt das Ende einer Sache an, kann aber auch ein Neuanfang sein. Die Karte „der Teufel“ steht auch nicht dafür, dass man in der Hölle landet, sondern sie warnt vor Gefahren.

Entgegen vieler Bücher bin ich der Auffassung, dass man den Karten auch „Ja/Nein-Fragen“ stellen kann. Sicher, man wird nicht unbedingt eine eindeutige Antwort bekommen wie beim Pendeln, aber es werden Tendenzen angezeigt, die einem bei der Entscheidung helfen können.

Auslegen der Karten
Hier zeige ich dir, wie ich die Karten auslege.

Als erstes sorge ich für eine konzentrationsfördernde Umgebung.
Dazu zünde ich manchmal Kerzen und Räucherwerk an, manchmal mach ich auch nur Musik an, oder ich mache alles aus, dass es im Raum still ist.

Ich nehme die Karten aus ihrer Verpackung und konzentriere mich auf das, weshalb ich die Karten zu Rate ziehe.  ( Seit langem bewahre ich meine Karten in einer Schachtel auf, wo sie in das Tuch eingewickelt sind, auf dem ich sie auch auslege).

 

Dann mische ich sie und flüstere währenddessen meine Frage oder meine Bitte.

Je nachdem, was meine innere Stimme mir sagt, mische ich mehrfach oder unterteile die Karten in drei Stapel. (Wenn ich das mache, schließe ich die Augen und halte meine Hände über jeden der Stapel und warte, bis sich einer „richtig“ anfühlt).

Dann lege ich die Karten entsprechend dem vorher ausgesuchten System aus.

Deuten der Karten
Die Karten werden immer seitlich umgedreht, nie von oben nach unten, sonst erscheinen die Karten verkehrt herum und die Bedeutung ändert sich.

Nun gibt es 2 Möglichkeiten fortzufahren:

  1. Es wird immer nur eine Karte zur Zeit aufgedeckt und für sich im Zusammenhang mit der Frage und der Position, auf der sie liegt, gedeutet. Am Schluss werden die Karten als Gesamtbild betrachtet und die Bedeutungen in Zusammenhang gebracht.
  2.  Alle Karten werden nacheinander aufgedeckt, betrachtet und sogleich gemeinsam in Zusammenhang gebracht und interpretiert.

Die erste Methode empfiehlt sich besonders für Anfänger mit dem Tarot, um nicht von den Informationen überflutet zu werden.

Es ist außerdem ratsam, über die Legungen Buch zu führen.

Wenn beim Mischen Karten heraus gefallen sind, notiere diese, denn sie werden bei der Gesamtdeutung mit hinein gedeutet und stellen besondere Zusatzinformationen zur Verfügung (z.B. ermahnen sie zur Vorsicht, oder sie zeigen besondere Zusatzeinflüsse, die zur Entscheidung erheblich beitragen)…

Ich mache es oft, dass ich die Karten später deute. Wenn ich also Nachmittags die Tarotkarten befragt habe, kann es sein, dass ich erst abends eine Deutung vornehme. Bis dahin hatte ich Abstand von der Sache und kann so unvoreingenommener an die Legung herangehen. meistens lasse ich die Karten liegen, wenn ich vorhabe, sie später zu deuten. Aber wenn das mal nicht möglich ist, kann ich sie nachlegen, weil ich die Legung ja notiert habe.

Nach der Legung kannst du die Karten zusammenräumen, einige klopfen auf die Rückseite, um sie zu „reinigen“ – andere packen sie so weg.

Unklare Karten in der Legung näher erläutern

Hin und wieder kommt es vor, dass man eine oder mehrere Karten in dem Legemuster nicht „versteht“. Aus irgendeinem Grund scheinen die Informationen entweder zu verwirrend oder unzureichend zu sein. Bevor du nun frustriert die Karten wieder zusammen schiebst, versuche mal Folgendes:

Fächere die übrigen Karten neben dir verdeckt auf, schließe deine Augen und konzentriere dich auf die besagte schwierige Karte. Welche ist es? Welche Position nimmt sie im System ein? Stelle sie dir bildlich vor. Nun bittest du (laut oder im Geiste) darum, dass du weitere Informationen benötigst. Fahre mit deiner linken Hand über den Kartenfächer und ziehe intuitiv zwei oder drei Karten heraus, die du neben deine „Problemkarte“ legst. In der Regel erhältst du so die Informationen, die du vorher nicht aufnehmen konntest.

Diese Methode kannst du übrigens auch auf kopfstehende Karten anwenden. Ich empfehle, immer mindestens zwei Karten zur Klärung zu ziehen, besser sind drei. So erhält man einen genaueren Einblick in die sich gegenseitig beeinflussenden Kräfte und Energien.