Was ist Wicca?

Wicca ist eine „Untergruppierung“ im weltweiten Heidentum – vielleicht die führende Bewegung.

Der Wicca-Kult (oder die Tradition) existiert seit 50 Jahren. Begründet (genauer gesagt: bekannt gemacht) hat sie Gerald B. Gardner, nach dem eine Linie benannt wurde. Er wurde von einer Hexe, die aus einer Familientradition stammte, in die Hexerei eingeführt.

Gardner fügte dem traditionellen Material Elemente aus dem kabbalistischen und zeremonialmagischen Zweig (Golden Dawn, OTO,…) hinzu und schuf daraus seine eigene Form der Hexerei. Diese Wicca-Tradition wird heute als die ursprüngliche angesehen und wird „Gardnerian Wicca“ genannt.

Alex und Maxine Sanders führten diese Arbeit weiter und mehr Material der magischen Traditionen wurde in das „traditionelle Material“ aufgenommen. Daraus entstand die „Alexandrian Tradition“

Während Gardnerian’s mehr mit Gesängen, Tänzen und einem großen Anteil von Improvisation während des Rituals arbeiten (schließlich weiß man nie, was die Götter tun wollen), gibt es im Alexandrian Wicca mehr Struktur und Zeremonie. Im Kern jedoch unterscheiden sie sich nur sehr geringfügig, auch wenn es Vertreter beider Traditionen gibt, die dies bestreiten mögen.

Wicca ist außerhalb der einzelnen Gruppen (Coven) keine organisierte Religion. Es gibt weder eine zentrale Leitung noch Regelungen. Innerhalb der Coven gibt es sehr wohl unterschiedliche Absprachen oder Regeln.
Auch ist es nicht unbedingt notwendig, bei Ritualen die traditionellen Texte zu verwenden. Sicher ist es sinnvoll, diese zu können – sie sind ja der „kleinste gemeinsame Nenner“ – aber Individualität ist auch im Wicca sehr wichtig.

Eine weitere Gemeinsamkeit besteht darin, dass die Aufnahme in einen Coven oder allgemein in Wicca nur durch eine Einweihungszeremonie erfolgt (Initiation). Die Anforderungen hierzu können stark von Coven zu Coven und / oder von Linie zu Linie variieren.
Die Initiation ist kein einfacher „Aufnahmeritus“ – sie öffnet im Initianten die Kanäle für die göttlichen Kräfte. Und sie ist eine Weihe der Person an die Götter. Initiationen werden in der Regel gegengeschlechtlich gegeben. Wir glauben, dass der Fluss der Kraft am besten zwischen den Polaritäten fließen kann. Der Hohepriester initiiert anstelle des Gottes die Initiantin und erkennt in ihr die Kraft der Göttin an. Ebenso wird umgekehrt verfahren.

Die Initiation ist der Anfang eines langen Weges der Entwicklung. Jeder fängt an einem anderen Punkt an und geht einen anderen Weg, wie seine Brüder und Schwestern, doch gibt es auf dem Weg Gemeinsamkeiten, die uns verbinden.
Die Initiation fügt den Initianten in den Gruppengeist des Covens (oder Wicca allgemein) ein.

Wicca ist außerdem ein 3 Grad System, d.h. jedes Mitglied kann verschiedene Stufen erreichen.
Der erste Grad macht alle Wicca zu Priestern und Hexen. In dieser Zeit ist man „Schüler“.
Der zweite Grad ist die Weihung zum Hohepriester. Man wechselt vom Schüler zum „Lehrer“ und darf selbst in den ersten und zweiten Grad initiieren (Es gibt Coven bei denen wird die 2° Initiation nur durch einen 3° durchgeführt und anerkannt). Außerdem hat man das Recht, Hochzeiten, Trauerfeiern und Kinderweihen zu leiten.
Viele sagen, dieser Grad geht über dieses Leben hinaus und sollte daher gut überlegt werden.
Der Initiant kann eine dritte Initiation bekommen (die ebenfalls von einem 3° Wicca gegeben werden muss). Mit dem dritten Grad nabelt man sich von seinem Initiator ab und ist völlig eigenverantwortlich. Das heißt aber nicht, dass man jetzt keinen mehr um Rat oder Hilfe fragen kann. Mit dem dritten Grad wird das Recht verliehen, seine eigene Tradition zu begründen (in einigen Linien lediglich einen eigenen Coven)