Zauberspruch

 

Zaubersprüche sind weit verbreitet.

Wir kennen alle das berühmte „Hokus Pokus“ und „Abrakadabra“ der Bühnen-Magier.

Zaubersprüche, auch Zauberformeln oder auch Spruch-Zauber genannt sind oftmals Bestandteil eines Rituals. Sie formulieren oft den Zweck desselben. Sie können aber auch ohne Ritual und sogar völlig ohne Zubehör wirken – man muss nur in der Lage sein, durch Konzentration und Worte die nötige Kraft aufzubauen.

Zaubersprüche wirken, wie der Name sagt, durch die Sprache – sie werden also zumindest geflüstert, manchmal auch gesungen.
Sie sind (vom Aufwand) eine der einfachsten Formen der Magie, aber gleichzeitig in der Ausübung eine der schwierigsten, kommt sie doch der „Magie der leeren Hand“ am nächsten.*

In der Regel besteht ein Zauberspruch aus mehreren gereimten Sätzen, die das Ziel ausdrücken. Das Aufsagen deines Reimes ist wesentlich rhythmischer und erzeugt dadurch einfacher einen Kraftkegel. Die Länge eines Zauberspruches kann variieren von einem 2-Zeiler bis hin zu einem 8- oder 10-Zeiler.

Neben dem Sprechen des Reimes können zur Unterstützung Gesten und Handlungen verwendet werden, man kann auch darum wieder ein Ritual kreieren.

Wie schreibe ich einen Zauberspruch?

1. Als erstes muss man sich im Klaren sein, was man mit dem Zauberspruch erreichen will. Man legt also das Ziel / den Zweck / die Absicht fest.
Dies geschieht am besten, indem man einen einzelnen, möglichst kurzen und aussagekräftigen Satz schreibt.

2. Da Reime einfacher und auch größere Kraft erzeugen als ungereimte Sprüche, empfiehlt sich der Versuch, diesen Satz in eine Versform zu bringen.
Wenn du absolut nicht reimen kannst oder sich der Satz einfach nicht reimen lässt, lasse es bleiben und verwende ihn wie in der „Rohfassung“.

3. Als nächstes wählt man die Art der Energie aus, die den Zauber unterstützen und mehr Kraft verleihen soll.
Hierzu bieten sich an:
– Gottheiten
– Elemente (oder Elementargeister)
– Engel
– (Totem) Tiere
– Edelsteine
– Kräuter
– Ahnen
– Runen
– Symbole
– Planeten
usw.

Viele lassen sich kombinieren, aber natürlich kannst du sie auch einzeln verwenden. Möchtest du keine Namen verwenden oder weißt du nicht genau, an wen du dich wenden sollst, kannst du Formulierungen nehmen wie

– Mächte der Liebe
– Geister der Heilung
– Geschöpfe der Nacht
usw.

 

4. Überlege, ob der Spruch weiteres Zubehör benötigt.
Wenn du z.B. mit der Kraft des Feuers reinigen möchtest solltest du wenigstens eine Kerze brennen haben.

Basiert dein Spruch auf der Wirkung verschiedener Kräuter, so musst du sie natürlich nutzen.

(Ein Spruch in dem die reinigende Kraft von Salbei und Rosmarin angerufen wird, wirkt nicht ohne diese beiden Dinge)

 

5. Entwickle im Geist passende Vorstellungen zu deinem Spruch (wenn nötig, auch äußere Handlungen)

Wie überall, so spielt auch beim Spruch-Zauber die Vorstellungskraft eine tragende Rolle. Du musst dir das Ziel geistig vorstellen können, um der Energie des Zaubers eine Richtung zu geben.

 

Beispiel
So, nun zeige ich dir das Ganze mal an einem Beispiel-Spruch:

Angenommen du bist krank (nicht so schwer, dass du dich nicht mehr rühren kannst, aber dennoch krank) und du willst einen Zauberspruch gegen Krankheit erfinden.
Zuerst wird der Zweck des Zaubers festgelegt:

„Ich will gesund werden!“

 

Dieses Ziel lässt sich in einen einfachen Reim bringen:

zum Beispiel:

„Krank will ich nicht länger sein, drum trete rasch die Heilung ein!“

Der Satz ist zwar ein anderer, drückt aber genau das selbe aus.

 

Als nächster Schritt werden zusätzliche Kräfte um ihre Mithilfe angerufen. Man könnte jetzt eine Gottheit finden, die mit Heilung zu tun hat, man könnte Edelsteine einbauen, je nach Art der Erkrankung. In diesem allgemein gehaltenem Beispiel-Spruch empfehlen sich allgemeine, eher universell wirkende Kräfte. In diesem Fall nehme ich mal die 4 Elemente. Dann könnte das Ganze so aussehen:

„Krank will ich nicht länger sein, drum trete rasch die Heilung ein.
Luft und Feuer, Wasser und Erde, durch eure Kraft gesund ich werde“.

 

Man könnte es auch so formulieren:

 

„Luft und Feuer, Wasser und Erde, mit eurer Hilfe gesund ich werde!“


oder auch

.“Krank will ich nicht länger sein, drum trete rasch Heilung ein.

Die Macht der 4 Elemente setzt meinem Leiden hier ein Ende.“

 

oder:

„Durch die Kraft der 4 Elemente hat mein Leiden nun ein Ende.“

 

nur um ein paar Möglichkeiten zu nennen. Hier entscheidet letztlich der persönliche Geschmack des Verfassers.

Nun sollte ich natürlich auch die 4 Elemente in physischer Form vertreten haben (z.B. Erde oder Salz, Wasser, Räucherung, eine brennende Kerze).

Als Handlung würde sich empfehlen, diese Elemente um mich herum zu platzieren, so dass ich selbst in der Mitte sitze.
Ich visualisiere mich selbst im kranken Zustand, z.B. von schwarzem oder grauen Wolken umgeben.
Nun spreche ich den Zauberspruch – und dabei visualisiere ich, wie die Elemente mich heilen.

Bei „Luft“ z.B. einen sanften, lauen Windhauch, der einen Teil der Wolken forttreibt.

Bei „Feuer“ z.B. kleine Flammen, die um mich herum tanzen, an mir hoch züngeln und einen weiteren Teil der Wolken einfach verbrennen oder verdampfen.

Bei „Wasser“ z.B. sanfte Wellen, die meinen Körper umfließen und als kleiner Strom einen weiteren Teil der Wolken mit sich nehmen.

Bei „Erde“. z.B. wie ich in die Erde sinke und die Wolken von kleinen Wurzeln festgehalten werden, während ich wieder aus der Erde auftauche.

Zum Abschluss visualisiere ich mich selbst noch einmal, gesund, strahlend und kräftig.

 

* Die „Magie der leeren Hand“ ist wohl die schwierigste Form der Zauberei. Sie wird allein durch den Geist und vielleicht noch mit Händen und Gesten, bewirkt – keine Kräuter, Kerzen, Sprüche, oder andere Utensilien. Diese Kunst zu erlernen ist für viele Hexen ein großes Ziel. Wer es kann, – der kann in jeder Situation seine Zauber wirken. – Ganz unauffällig.